Kinder- und Jugendkreis

Mutter-Kind-Einrichtung

Für minderjährige Mütter oder Väter ist das Elterndasein oft mit besonderen Herausforderungen verbunden. Wenn sie in der eigenen Familie nicht ausreichend Unterstützung bei deren Bewältigung finden, bietet der ASB ihnen und ihren Kindern ein Zuhause und kompetente Hilfestellung an.

In der Mutter-Kind-Einrichtung „Muki" wohnen junge Mütter/Väter, die für ein Kind zu sorgen haben, oder Schwangere, die sich für ein Kind entschieden haben und dabei Hilfe und Unterstützung benötigen. Sie erhalten individuell ausgerichtete Hilfestellungen und Begleitung durch das qualifizierte Fachpersonal. Das Wohl des Kindes/der Kinder hat dabei immer oberste Priorität.

Zielgruppe

  • minderjährige und volljährige Schwangere
  • minderjährige und volljährige Mütter, Väter und ihr Kind/ihre Kinder, die allein für ein Kind unter sechs Jahren zu sorgen haben. (Die Betreuung schließt auch ältere Geschwister ein, sofern die Mutter/der Vater für sie allein zu sorgen hat.)
  • die je nach Hilfebedarf:

  • mangelnde Belastbarkeit/Unselbstständigkeit in der Alltags- und Lebensbewältigung mit Kind aufzeigen
  • keine ausreichenden bis grundsätzlich vorhandene Ressourcen zur eigenverantwortlichen Ausgestaltung der Mutter-/Vaterrolle besitzen
  • Brüche in der Biographie (häufige Wohnortwechsel, Heimaufenthalte, Schulabbrüche) aufweisen
  • Entwicklungsdefizite im emotionalen, sozialen, kognitiven Bereich aufweisen
  • Unterstützungsbedarf in der Versorgung, Pflege, Erziehung und Förderung des Kindes zeigen
  • Sozialpädagogische Unterstützung zur Klärung der schulischen/beruflichen/finanziellen Perspektiven brauchen
  • zur Perspektivklärung und zur Prüfung einer möglichen Kindeswohlgefährdung einen vollstationären Platz benötigen

Rechtsgrundlage

  • Sozialgesetzbuch (SGB VIII) § 27 in Verbindung mit § 34 – Stationäre Hilfe für minderjährige Mütter und ihre Kinder
  • Sozialgesetzbuch (SGB VIII) § 27 in Verbindung mit § 41 – Stationäre Hilfe für junge volljährige Mütter und ihre Kinder
  • Sozialgesetzbuch (SGB VIII) § 19 – Gemeinsame Wohnform für Mutter/Vater und Kind

Leistungen

Grundsätzlich ist die Hilfe darauf ausgerichtet, die Persönlichkeit der Schwangeren bzw. der Mütter/Väter nicht nur in Bezug auf die Elternrolle, sondern auch in der Entfaltung der eigenen Individualität zu stärken. Die Leistungen richten sich nach den individuellen Bedürfnissen der Klienten und deren Kinder und berücksichtigen dabei die Notwendigkeiten und Besonderheiten, die sich aus dem Alter und ihrer persönlichen Situation ergeben. Neue Entwicklungspotenziale werden gemeinsam erarbeitet und eingeübt.

Sicherstellung der ständigen Betreuung und Unterstützung der Mütter/Väter und Kinder durch 24 Stunden-Dienste (in betreuungsintensiven Zeiten stehen mehrere Fachkräfte gleichzeitig den Klienten zur Seite) durch:

  • telefonische/persönliche Erreichbarkeit
  • regelmäßige Rundgänge bei den Klienten und ihren Kindern zur Kontrolle des Kindeswohls, Einhaltung der Tagesstruktur, Einnahme von Mahlzeiten und Pflege der Kinder

Bezugsbetreuungsprinzip:

  • Die jeweilige Bezugsbetreuerin begleitet die Mutter/Vater während ihres Aufenthaltes, um auf die spezifischen Problematiken in persönlicher und individueller Weise einzugehen. Flexible Arbeitszeiten dieser Mitarbeiterin bieten die Möglichkeit, sich an den jeweiligen Bedarfen der/des Elternteils zu orientieren.

Stärkung der Persönlichkeit und Selbstsicherheit:

  • Anleitung und Überwachung bei der kindeswohlgerechten Pflege, Versorgung, Ernährung des Kindes/der Kinder
  • Vermittlung von altersgerechter Beschäftigung mit dem Kind/den Kindern
  • gemeinsame Einübung einer Tagesstruktur und Stressmanagement

Praktische Lebensbewältigung:

  • Unterstützung und Anleitung bei der Planung und Umsetzung der Haushaltsarbeiten (zum Beispiel Wäschepflege, Kochen, Einkauf)
  • Erlernen des Umgangs mit Geld und Hilfestellungen bei der Regulierung der rechtlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse

Einbindung des sozialen Systems der Mütter/Väter und Kinder:

  • Arbeit mit der Herkunftsfamilie
  • Einbezug vom Kindsvater(-mutter)/Lebenspartner(in) in die Hilfe

Bereich Gesundheit:

  • Verabreichung und Kontrolle sowie Dokumentation der Medikation bei Eltern/Kindern
  • Hilfe, Begleitung und Unterstützung bei geburtsvorbereitenden Maßnahmen in Kooperation mit der Familienhebamme

Bereich Schule/Ausbildung:

  • Hausaufgabenhilfe
  • Erstellen von Bewerbungsunterlagen

Bereich Freizeit:

  • Freizeitangebote für Mütter/Väter und Kinder (zum Beispiel Ausflüge zum Klettern)
  • Aufzeigen von Möglichkeiten und Motivation für Freizeitgestaltung

Einrichtungsinterne Angebote:

  • INHOUSE- Beschulung für Mütter/Väter
  • Videointeraktionstraining zur Förderung positiver Eltern-Kind Interaktionen
  • Elementarpädagogische Frühförderung und Intensivbetreuung der Kinder im „Mukilädchen"
  • Krisenintervention zur Entlastung der Mutter
  • Kurzzeitige Kinderbetreuung (zum Beispiel bei Arztbesuchen, Krankheit, Behördenwege)
  • Notfallbetreuung für Kinder

Kooperation und Vernetzung von flankierenden Hilfen:

  • Regelmäßige Kooperation mit dem fallzuständigen Sozialarbeiter des Fachbereichs Bildung
  • Schulen, Kindertagesstätten und Ausbildungsstätten
  • Familienhebammen und Kinderärzten
  • Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara
  • IRIS - Regenbogenzentrum (PEKiP, Eltern AG)
  • Pro - Familia („Elternpraktikum" mit dem RealCare Shaken Baby, zur Vorbereitung auf die Mutterschaft)
  • Amtsvormundschaft, Betreuungsvereine und Rechtsanwälte
  • Schuldnerberatungen sowie andere Träger und Institutionen

Methoden

  • sozialpädagogische/klientenzentrierte Beratung
  • systemischer Beratungsansatz
  • Casemanagement
  • Bezugsbetreuersystem
  • Gruppenarbeit (zum Beispiel Schulprojekt, Näh-, Kochkurs, Muttiabende)
  • Soziale Netzwerkarbeit

Ziele

  • Erlernen und Befähigung zur allumfassenden Fürsorge, Pflege und Förderung des eigenen Kindes
  • Sicherung des Kindeswohl und Abwendung von Gefahrensituationen
  • Aufbau einer engen Bindung zwischen Mutter/Vater und dem Kind/den Kindern
  • Erkennen und Nutzen vorhandener Ressourcen und Fähigkeiten
  • Vereinbarung eigener und der kindlichen Bedürfnisse
  • Entwicklung einer eigenen Lebensperspektive mit ihrem Kind/ihren Kindern
  • Übernahme von Eigenverantwortung in allen lebenspraktischen Bereichen mit dem Ziel der schrittweisen Verselbständigung und Selbstständigkeit
  • Entwicklung einer schulischen bzw. beruflichen Perspektive (zum Beispiel Schul- oder Berufsabschluss)
  • Schaffung und Entwicklung einer gesicherten wirtschaftlichen Lebensperspektive
  • Aufzeigen von Lebens- und Zukunftsperspektiven (gegebenenfalls auch ohne Kind)

Fachpersonal

  • staatlich anerkannte Erzieherinnen
  • Diplom/Bachelor Sozialpädagoginnen/Sozialarbeiterinnen
  • Diplom-Pädagoginnen
  • Heimerzieherin
  • Heilerziehungspflegerin
  • Kinderkrankenschwester
  • Hauswirtschafterin

Zusatzqualifikationen:

  • Systemische Familientherapeutin und Beraterin
  • Kinder- und Jugendpsychotherapeutin (in Ausbildung)
  • Kinderschutzfachkraft

Lage und räumliche Ausstattung

Die Mutter–Kind–Einrichtung „Muki" befindet sich im Stadtgebiet von Halle-Neustadt. Die Einrichtung ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Im näheren Umfeld gibt es eine Vielzahl von Institutionen wie zum Beispiel das Jobcenter, den Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD), Schulen, Kitas und Ärzte. Verschiedene Einkaufsmöglichkeiten liegen in unmittelbarer Nähe, kulturelle und sportliche Einrichtungen sind problemlos erreichbar.

Die Einrichtung besteht aus 2- bis 4-Raum-Wohnungen. Vorrangig bewohnt jede kleine Familie eine separate Wohnung. Die Wohnungen sind zweckmäßig und vollständig mit Mobiliar für Mutter/Vater und Kind ausgestattet und können individuell ausgestaltet werden. Alle Wohnungen verfügen über einen Balkon.

Darüber hinaus stehen allen Bewohnern Gemeinschaftsräume für Kleingruppenarbeit, Gruppenabende oder Veranstaltungen sowie ein Schulungsraum zur Verfügung. Des Weiteren gibt es ein „Mukilädchen" für die Kinderbetreuung und -förderung. Im Außenbereich bietet ein kleiner Garten Möglichkeit für Erholung und Freizeitgestaltung.

Einblicke in die Einrichtung

Angebote für die Mütter/Väter

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Zusammenfassung KiJu

Flyer ASB Kinder- und Jugendkreis

Alle wichtigen Informationen im Überblick zum Downloaden.