Zu Besuch beim ASB Regionalverband Magdeburg e.V.

Umfangreiches Angebot zur Alltagsgestaltung in beiden Altenpflegeheimen bietet Bewohnern einen lebens- und liebenswerten Alltag

Therapiekonzept „Snoozle-Raum“ mögen Bewohner und Mitarbeiter gleichermaßen.

Freundlich und herzlich begrüßt uns nicht nur der sonnige Tag, sondern auch die Geschäftsführerin des ASB Regionalverbandes Magdeburg e.V., Antje Ruddat. Schon am frühen Morgen herrscht im Altenpflegeheim in der Florian-Geyer-Straße rege Betriebsamkeit und auch Frau Ruddat ist etwas in Eile, steht doch bereits ein nächster Termin an. Aber ein Thema brennt ihr, wie so vielen anderen Geschäftsführern unserer Regionalverbände, unter den Nägeln: Der allgegenwärtige Fachkräftemangel. Trotz der mehr als 400 Mitarbeiter, darunter auch geringfügig Beschäftigte, fehlen beim ASB in Magdeburg zusätzliche gut ausgebildete Fachkräfte. Händeringend werden Pflegefachkräfte und auch Pflegehilfskräfte gesucht, Bewerbungen sind jederzeit, zum Beispiel per Mail (personal(at)asb-magdeburg.de) möglich. 
Im Büro der Heimleiterin Frau Seeger setzen wir unser Gespräch fort. Dass am Arbeitsplatz von Elke Seeger organisiert, telefoniert und kommuniziert wird und das alles sofort und gleichzeitig, bemerken wir nach nur wenigen Minuten. Die agile und geschäftige Frau, die nur noch einige Monate bis zu ihrer Pension die Leitung der beiden Altenpflegeheime des ASB in Magdeburg, nämlich dem hier in der Florian-Geyer-Straße und dem Altenpflegeheim „Am Birnengarten“, inne hat, hat so gut wie alle Fäden in der Hand. Sie kennt jeden ihrer Mitarbeiter, weiß um die Abläufe im Berufsalltag der Angestellten und kennt sich mit Pflegegesetzen bestens aus. Dienstag, Mittwoch und Donnerstag sitzt sie hier im Büro, montags und freitags ist ihr Arbeitsplatz im Altenpflegeheim „Am Birnengarten“. Seit beinahe 25 Jahren ist die studierte Ökonomin Mitarbeiterin des Arbeiter-Samariter-Bundes und zählt von allen Heimleitungen in der Landeshauptstadt die meisten Dienstjahre.
Frau Seeger nimmt sich irgendwie Zeit für uns und berichtet aufgebracht, dass vor allem immer mehr Bürokratie, immer wiederkehrende Gesetzesänderungen und Gesetzesneuerungen ihr und ihrem Team zu schaffen machen. „Die Politik entscheidet da komplett an der Realität vorbei. Ich hab das Gefühl, noch kein einziger Politiker, kein einziger Entscheider, war jemals in einem Pflegeheim und kennt die täglichen Herausforderungen, denen wir uns hier stellen“. So geht es momentan um eine neue Personalverordnung, nach dem „Wohn- und Teilhabegesetz“, welches glücklicherweise vorerst im Landtag gestoppt werden konnte. „Die beste Nachricht an diesem Tag überhaupt“, so  Frau Seeger erleichtert. „Und ja, es fehlen uns noch Pflegekräfte, die vor allem eines mitbringen sollten: Ein großes Herz am rechten Fleck!“ Aber auch Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Flexibilität zählt sie zu den Eigenschaften, die künftige Mitarbeiter in der Pflege beim ASB Magdeburg auszeichnen müssen. 
Wichtig sind der Heimleiterin ein funktionierendes soziales Leben und eine innige Gemeinschaft in beiden Altenpflegeheimen. „Die Gestaltung ihres Alltags übernehmen die Bewohner weitestgehend selbst. Das Haus kann zu jeder Zeit betreten und verlassen werden“, berichtet Frau Seeger und ruft so gleich eine ihrer fleißigen Mitarbeiter über das Haustelefon. Mandy May, seit fünf Jahren als „Alltagsbegleiterin“ angestellt, führt uns nun durch das helle Haus. Gerade kommt sie aus dem großen Saal, hat Tische liebevoll eingedeckt mit Sammeltassen, an jedes Gedeck ein Namensschildchen gestellt und die Wände und Decken mit bunten Girlanden und Luftschlangen geschmückt. Denn heute heißt es: „Jetzt geht die Party richtig los…!“. Es wird Fasching gefeiert und zwar ganz traditionell mit leckeren Pfannkuchen und Limonade oder auch dem einen oder anderen Gläschen Sekt. „Ab halb Drei heizt DJ Ecki ein und bereits nächste Woche steht unsere Frauentagsfeier an und immer Mitte des Monats treffen sich alle Bewohner zum gemeinsamen Abendessen. Das ist für viele ein weiterer Höhepunkt“, erzählt Mandy May. 
Denn die Bewohner mögen diese gemeinsame abendliche Mahlzeit unter dem Motto „Der Küchenchef lädt ein“ ganz besonders.
Zur Gestaltung eines möglichst abwechslungsreichen Tagesablaufes wird in den ASB-Altenpflegeheimen gemeinsam gekocht oder gebacken, es wird gesungen, Gesellschaftsspiele, von „Mensch, ärgere Dich nicht!“ bis „Bridge“ sorgen für Unterhaltung, es finden zusätzlich Kraft- und Balancetrainings statt. „Wir organisieren Ausflüge ins Einkaufszentrum und Spaziergänge in den Stadtpark und Feste und Feiern bereiten wir oftmals gemeinsam vor“.
Dann bleibt die junge, aufgeschlossene Frau plötzlich vor einer großen, weißen Tür stehen, sucht den dazu passenden Schlüssel und öffnet diese mit geheimnisvollem Blick. Sie betätigt flink einige Schalter, sorgt für Strom und schaltet sanfte, gedämpfte Musik ein. Wir sind im „Snoozle-Zimmer“ und halten beide inne. Unsere Stimmen werden sofort leiser, wir werden beide ruhiger und lauschen der Musik und den wohlklingenden Geräuschen. Durch die unterschiedlichsten Lichtquellen wird der Raum in verschiedene Farben getaucht. Wassersäulen und Spiegel reflektieren zusätzlich das betörende Lichterspiel. Man scheint plötzlich aus dem Alltag manövriert, rein in ein Meer aus Licht, Farben, Wärme und Ruhe mit einem über allem strahlenden Sternenhimmel. Weiche und bequeme Polsterlandschaften und ein großes Wasserbett laden zusätzlich zum Verweilen ein. „Einmal pro Woche, für 20- 30 Minuten, sind unsere Bewohner hier beim Snoozlen. Wir unterstützen dieses wunderbare Therapiekonzept mit speziellen Düften.“ Ganz begeistert berichtet Mandy May von diesem Angebot, welches zur Förderung der körperlichen und seelischen Entspannung und zur Konzentrationssteigerung im ASB-Altenpflegeheim in der Florian-Geyer-Straße eingesetzt wird. 
So schwer es uns auch fällt, aber wir müssen den gemütlichen Snoozle-Raum wieder verlassen und in den „Tag zurückzukehren“, denn die nächsten „Snoozler“ stehen bereits an der Tür und warten auf Einlass. Hier geht der Alltag weiter.
Es war beeindruckend zu erleben, mit wie viel Herzblut und mit wie viel Leidenschaft die Mitarbeiter und die leitenden Angestellten beim ASB Regionalverband Magdeburg e.V. im Rahmen der Altenpflege im Einsatz sind und mit welchen ungewöhnlichen Mitteln und Wegen hier versucht wird, Menschen im letzten Abschnitt ihres Lebens einen lebens- und vor allem liebenswerten Alltag zu ermöglichen.