Der ASB-Landesverband Sachsen-Anhalt zu Besuch beim Regionalverband Saalekreis Süd e.V.

Im Mai 2017 bezog der Regionalverband Saalekreis Süd e.V. nach kurzer Bauzeit sein neues Sozialgebäude.

Zentral gelegen in der City ist es geradezu ideal für die unterschiedlichen Dienstleistungen, die der Arbeiter-Samariter-Bund in Merseburg anbietet: ambulanter Pflegedienst, Fahr- und Mahlzeitendienst, Senioren-Begegnungsstätte.

Modern, mit einer offenen und lichtdurchfluteten Architektur, so beeindruckt der Gesamtkomplex, welcher unter anderem über einen großen, komfortabel ausgestatteten Multifunktionssaal verfügt, der ebenerdig erreichbar ist. „Der Raum wird regelmäßig von unserer äußerst aktiven ASB-Seniorengruppe zum gemeinsamen Kaffeetrinken, Tanzen und zu Spielenachmittagen genutzt“, erklärt Dörte Heidbrecht. Die junge sympathische Frau empfängt uns herzlich und berichtet begeistert von den Senioren-Tanznachmittagen, die hier immer mittwochs stattfinden. „Sobald DJ Micky die Lautstärkeregler aufdreht, beginnt das große Stühlerücken. Zuvor noch ein kurzer, kritischer Blick in den kleinen Handspiegel, etwas Lippenstift nachgelegt und die Gesundheitsschuhe gegen die schicken, hochhackigen Tanzschuhe ausgetauscht und los geht die erste Runde. Von Roger Whittaker über Andrea Berg bis Helene Fischer wird hier jeder Musikwusch erfüllt.“ Zwischen 30 bis 40 Personen versammeln sich dann zum Kaffeekränzchen, es werden Neuigkeiten ausgetauscht, es wird gelacht und oftmals auch geflirtet. Gemeinsam mit einer Ehrenamtlerin des ASB organisiert Dörte Heidbrecht diese so wichtigen und existenziellen Höhepunkte im Leben der Seniorinnen und Senioren. Hier werden die Menschen aus ihrer Isolation abgeholt, hier bringt man sie zusammen und lässt sie nicht allein. Doch nicht nur mittwochs zum Tanz ist der Saal Treffpunkt für die ältere Generation. Dienstag findet ein Kaffeenachmittag statt, dann wird das Strickzeug ausgepackt und die Frauen sind unter sich. Und jeden letzten Freitag im Monat lockt das sogenannte und besonders beliebte „Seniorenfrühstück“. Neben frisch aufgebrühtem Kaffee und duftenden Bäckerbrötchen werden im Rahmen dieser Senioren-Frühstücksrunde Experten eingeladen. „Natürlich gehen wir dabei auf die Wünsche und Bedürfnisse unserer Gäste ein“, erzählt Dörte Heidbrecht. Ein besonderes Highlight war der Besuch des „Mode-Mobils“. Bei der extravaganten Modenschau agierten einige der Gäste als Models und gaben gar keine so schlechte Figur auf dem Laufsteg ab. Das war Mode zum Anfassen! „Wir haben auch schon Apotheker oder Ornithologen eingeladen. Zum Thema Patientenverfügung war ein Experte hier und der Reha-Sportverein hat sich vorgestellt.“
Vom Saal aus gehen wir über das helle Treppenhaus eine Etage höher. Dort, im kleinen Besprechungsraum, empfängt uns Karsten Herfurth. Er ist der Geschäftsführer des Regionalverbandes Saalekreis Süd e.V. und erklärt, dass diese beliebten Seniorentreffs in Merseburg ihm besonders am Herzen liegen. Hier steht der soziale Zweck im Vordergrund, hier kommt das ASB-Motto „Wir helfen hier und jetzt“ für ihn zum Tragen. Alles wird aus Mitgliederbeiträgen finanziert, der Regionalverband sieht sich da selbst in der Pflicht, das Zusammensein der Seniorinnen und Senioren zu organisieren. 
Mit einer Investition in den Neubau von ca. 4 Millionen Euro schuf der ASB-Regionalverband Saalekreis Süd e.V. moderne Arbeitsplätze sowie einen sehr begehrten Treffpunkt für seine älteren Mitglieder. „Leider kämpfen auch wir täglich mit dem Fachkräftemangel in der Altenpflege“, so Herfurth. „Die wichtigen Berufe in der Pflege oder im sozialen Dienst haben in Deutschland bedauerlicherweise ein Imageproblem und erschwerend kommt hinzu, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen eine adäquate Bezahlung dieser psychisch und physisch anspruchsvollen Arbeit immer noch erschweren.“ Er sieht diesbezüglich die Politik in der Pflicht, denn er wünscht sich eine einheitliche Bezahlung von Altenpflegern und Gesundheits- und Krankenpflegern. „Die Attraktivität dieses Berufsfelds muss erhöht werden, schließlich werden Menschen, die Ihren Beitrag für die Gesellschaft geleistet haben, in der letzten Phase ihres Lebens betreut. Diesem Umstand muss endlich Rechnung getragen werden!“
Es ist bereits Mittag, die Sonne scheint durch die großen Fenster und wir haben noch so viele Fragen. Doch Karsten Herfurth muss zu einem weiteren, wichtigen Termin. Wir verabreden, dass wir uns schon bald im Frühling wiedersehen. Dann treffen wir uns im modernen Alten- und Pflegeheim in Bad Dürrenberg. Dort ist übrigens auch ein Behindertenwohnheim angesiedelt und es gibt die Möglichkeit des Betreuten Wohnens.