Neues aus den Regionalverbänden

Erstes gemeinsames Training der ASB-Supernasen und ihrer Hunderettungsführer in Wald und Flur bei strömendem Regen.

Dreizehn Hunde und ihre Herrchen fegen an diesem verregneten Sonntagmorgen durch ein Waldstück bei Möckern. Zwei „Versteckpersonen“ müssen heute gefunden werden und das in einem Areal von 32.000 Quadratmetern.

Erstmals trainierten die Rettungshunde des ASB-Regionalverbandes Magdeburg e.V. und des ASB-Regionalverbandes Salzlandkreis e.V. gemeinsam. Dreizehn Hunde und ihre Herrchen fegten an diesem verregneten Sonntagmorgen durch Wald und Flur. Zwei „Versteckpersonen“ müssen heute gefunden werden und das in einem Areal von 32.000 Quadratmetern. Um das ganze so authentisch wie möglich zu gestalten, berichtet Kristin Stock, die Einsatzleiterin vom Team „Salzlandkreis“ der Leiterin des Rettungshundezugs Magdeburg, Constanze Dietzold, dass Sturm „Sabine“ vier Waldarbeiter bei Baumfällarbeiten überrascht hat. „Zwei von Ihnen werden seit gestern Nachmittag vermisst“, erklärt sie das Szenario mit Hilfe ihres Funkgerätes. Constanze erfragt sofort das Alter der Vermissten, fragt nach möglicher Medikation und anderen Besonderheiten. Und dann geht es auch schon los. Ihr Vierbeiner Freddy kann es kaum erwarten und hat bereits eine heiße Spur. Freddy ist ein sogenannter „Verbeller“. Der Rüde bleibt bellend bei der „Versteckperson“, bis Constanze bei ihm und der gesuchten Person eintrifft. Gesucht wird immer im Dreierteam, bestehend aus Hundeführer, Hund und Suchtrupphelfer. Die beiden Frauen gehen zügig los, während Freddy scheinbar planlos durch das Unterholz streift. Schon nach einigen Minuten und einem Kilometer Strecke hat er den vermissten „Waldarbeiter“ gefunden. Der Samariter hat sich gut getarnt im strömenden Regen versteckt, doch auf die geniale Spürnase von Freddy ist Verlass. Auf den ersten Blick wirkt die vermisste Person leblos. Freddy bellt und bellt, solange bis Frauchen bei ihm ist. Sofort prüft Constanze die Lebensfunktionen wie Bewusstsein, Atmung und Puls. Sie redet tröstend auf den vermeintlichen Waldarbeiter ein, der nun ansprechbar ist. Mit Hilfe von Decken und Unterlagen versucht sie die unterkühlte Person zu wärmen. 
„Wer Rettungshundeführer werden möchte, muss neben der Ausbildung seines Hundes zusätzlich eine Sanitätsausbildung absolvieren. Auch Erste Hilfe beim Hund, eine Funkausbildung sowie Orientierung im Gelände werden geprüft“, erklärt Kristin Stock, die Prüferin. 
Für Freddy gibt es eine kleine Belohnung, bevor die Suche weiter geht. Denn ein 17jähriger Lehrling wird noch vermisst. Wieder streift der Hund kreuz und quer durchs Unterholz und nach kurzer Zeit hat er John gefunden. Er hat sich unter einer Baumwurzel versteckt und klagt über Schulterschmerzen. Jetzt müsste im Ernstfall die Feuerwehr gerufen werden, die mit Sägewerkzeug eine so abgängige Person befreit. 
Der jüngste zweibeinige Samariter vor Ort ist heute übrigens der 12jährige Laurin. Er und sein Bruder Liam begleiten fast jedes Wochenende Mutter Claudia und Vater Thomas zum Rettungshundetraining. Die Familie besitzt zwei Dalmatiner, einer davon, nämlich Adoro, muss heute die „Wegrandsuche“ üben, denn das ist Bestandteil der Ausbildung. Er ist soll ein Flächensuchhund werden. Adoro schlägt sich bestens, er hat die „Versteckperson“ im Wald gefunden. Als ein sogenannter „Rückverweiser“ kehrt der Dalmatiner zu Thomas zurück und zeigt durch „Anspringen“ seinen Fund an und bringt Thomas zur gesuchten Person. Natürlich wird Adoro mit seinem liebsten Leckerli belohnt.
„Das gemeinsame Training stärkt das Wir-Gefühl und bietet uns eine optimale Gelegenheit für Erfahrungsaustausch und andere Sichtweisen.“ erklärt Constanze vom ASB-Regionalverband Magdeburg e.V. Geplant ist, nun öfter gemeinsame Aktionen durchzuführen, z. B. ein gemeinsames Drohnentraining.
Wichtig zu wissen: Jeder Hund kann Rettungshund werden, es gibt keine Rasse, die besonders geeignet ist. Übrigens: Auch Interessierte ohne Hund können mitmachen und die Teams in der Ausbildungsphase und in den Einsätzen unterstützen.

 


Alle gemeinsam für die gute Sache - das macht Samaritersein aus! Wir helfen hier und jetzt. Und das seit 30 Jahren!

Der ASB bildet Rettungshunde in drei Sucharten aus: Flächensuche, Trümmersuche, Mantrailing.

Rettungshundestaffel Salzlandkreis:

E-Mail: rettungshunde(at)asb-salzlandkreis.de

Tel: +49 (0) 178 4756548
 

Rettungshundezug Magdeburg: 

E-Mail: constanze.dietzold(at)asb-magdeburg.de

Tel: +49 (0) 157 73500259

 

Die Ausbildung dauert ca. 2 Jahre, eine Prüfungswiederholung ist alle 2 Jahre notwendig.